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  • Kerstin Mende-Stief

8 Kriterien für erfolgreiche B2B Websites

In den letzten 10 Jahren arbeite ich immer mal wieder an der Aktualisierung von Websites mit. Auch wenn produkt- und dienstleistungsbasierte Geschäftsmodelle mehr oder weniger ähnliche Anforderungen haben, gibt es einige Unterschiede – vor allem im B2B-Umfeld.

  • Unterschied #1: Das Unternehmen selbst ist das Produkt. Egal welche Zielgruppe: Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung.

  • Unterschied #2: Im B2B, speziell im Lösungsgeschäft, beträgt der Sales-Cycles oft mehrere Monate bis Jahre.

  • Unterschied #3: Jede Anforderung ist individuell. Referenzen sind wichtig. Dennoch müssen Sie die Flexibilität vermitteln, individuelle Bedürfnisse erfüllen zu können.

Egal, ob Sie eine neue Website erstellen oder Ihre aktuelle Website neu gestalten möchten: In diesem Artikel finden Sie acht Hinweise zum Erstellen einer erfolgreichen Unternehmenswebsite. Mehr Details erkläre ich in meinem Video (Link am Ende des Beitrages).

  1. Wählen Sie eine Plattform, die zu Ihrem Kerngeschäft passt. Als Entwickler bieten sich Jekyll- und -Ruby-Themes an. Plattformen wie GitHub Pages oder Serendipity (s9y) liegen nahe. Als Verlag setzen Sie besser auf Klassiker wie Typo3 oder Drupal. KMU sind mit WordPress und Standard-Themes gut beraten. Sehen Sie von Eigenentwicklungen ab – es sei denn, Sie sind Zalando, Amazon oder booking.com. Fragen Sie einen Experten.

  2. Farben können über Erfolg und Mißerfolg entscheiden.Nur weil Sie selbst Pink unglaublich schön finden, mag das nicht unbedingt auch Ihrem Geschäft förderlich sein. Was ist Ihr Kerngeschäft? Sie wollen Vertrauen aufbauen? Blau ist in der IT sehr verbreitet. Die Farbe gilt allerdings auch als kalt, emotionslos und konservativ. Vielleicht nicht unbedingt die Farbe für ein aufstrebendes Startup? Farbpsychologie ist alles andere als trivial. Fragen Sie einen Experten.

  3. Die Navigation sollte einfach einfach sein. Flache Hierarchien, Breadcrumbs, Querverweise und jederzeit die Möglichkeit, leicht wieder zurück zu finden, sind nur der Anfang. Vermeiden Sie verschachtelte Menus. Wählen Sie leicht verständliche Begriffe. Fragen Sie einen Experten.

  4. Und noch mal Psychologie: Gehen Sie davon aus, dass die Aufmerksamkeit Ihrer Seitenbesucher nicht wesentlich höher ist als die eines Goldfisches. Also nahezu Null. Verstecken Sie also wichtige Informationen nicht in den unendlichen Weiten Ihrer Website. Beachten Sie wissenschaftliche Erkenntnisse wie aus dem Eye-Movement-Tracking oder der unterschiedlichen Funktionsweise rechter und linker Gehirnhälften. Fragen Sie einen Experten.

  5. Sie wollen natürlich mit Ihrer Website Leads generieren. Das ist legitim. Naheliegend ist, alle interessanten Inhalte hinter Registrationwalls zu verstecken und möglichst viele Hürden einzubauen. Falsch! Abgesehen davon, dass, wenn Sie Daten bekommen, diese zu 99% Müll sind, werden wirklich interessierte Besucher Ihre Seite spätestens nach der ersten Aufforderung zur Abgabe persönlicher Daten meiden wie der Teufel das Weihwasser. Vergessen Sie alles, was Sie in den letzten 20 Jahren über KPIs gelernt haben. Fragen Sie einen Experten.

  6. Zielgruppen. Ein interessantes Kapitel. Noch vor ein paar Jahren war die Antwort auf die Frage, für wen Sie Ihre Website gestalten, sehr einfach: potentielle Kunden. Es wird Sie überraschen, aber das hat sich geändert. Die Stakeholder Ihrer Öffentlichkeitsarbeit (ja, genau davon sprechen wir) sind so vielfältig wie das Universum: Presse, Angestellte, Bewerber, Investoren, Unternehmensleitung, Geschäftspartner inkl. Lieferanten, Dienstleister, Kunden, potentielle Kunden und – nicht vergessen – Ihre Marktbegleiter.

  7. Social Media. Keywords, natürlich nur im Kontext zum (meaningful) content. Backlinks. Mobile First. Die Anforderungen der Suchmaschinen sind mindestens so komplex geworden wie die Anforderungen an Datenschutz und Wettbewerbsrecht. Richtig fies wird es, wenn es um Inklusion geht. Ja, Sie haben richtig gehört. Mangelnde Zugänglichkeitsoptionen (Accessibility) Ihrer Website ist nicht nur ein Grund, Sie künftig zu verklagen. Es wird auch Ihr Google-Ranking massiv beeinflussen – negativ.

  8. Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Fragen Sie einen Experten.

Ich sehe viele innovative Unternehmen in meinem Alltag. Sie sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und das Fundament unser zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit. Ich wünsche mir oft, sie hätten jetzt eine kräftigere Stimme.


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